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Forschung bestätigt: Welt braucht Investitionen in Frieden statt Aufrüstung

News | Fr, 06/09/2017 - 16:25

Forschung bestätigt: Welt braucht Investitionen in Frieden statt Aufrüstung

Die Forderungen des Aufrufs „Für eine Politik der Vernunft“ erhalten Rückenwind aus der Forschung: Ende Mai stellten die fünf deutschen Institute für Friedensforschung ihr diesjähriges Friedensgutachten vor. Das Friedensgutachten bestätigt, dass Aufrüstung und Populismus Irrwege sind und die Welt unsicherer machen. Nötig seien hingegen Investitionen in Friedensförderung, Entwicklungszusammenarbeit und Extremismusprävention.

Die deutschen Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien müssten laut Gutachten ein Ende haben, solange das Land im Jemen Krieg führe. Auch Rüstungsexporte in die Türkei verböten sich. Die eigenen Rüstungsausgaben müssten ebenso hinterfragt werden. „Mehr Militärausgaben bedeuten nicht mehr Sicherheit“, so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Eine Steigerung des Verteidigungshaushalt auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts sei nicht ratsam. Stattdessen müsse die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik zu einer Krisenpräventionsagenda ausgebaut werden.

Dies seien auch Bestandteile einer deutschen Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung: Die Agenda eröffne die Chance, die „globale Kooperation in einer Zeit auf der Tagesordnung zu halten, in der zahlreiche Akteure auf Kollisionskurs gehen.“ Nötig sei „eine faire Handels- und Finanzpolitik“ als „Bestandteil eines umfassenden Programms für Konfliktprävention und -nachsorge, Gewalteindämmung und Friedensförderung (...). So leistet man zugleich glaubwürdige Beiträge zur Fluchtursachenbekämpfung“, schreiben die Autorinnen und Autoren.

Link zum Friedensgutachten 2017